4 Esel 12 Beine op Jöck

02.07.2018

Campello Monti mit altem Schulgebäude hinter der Brücke, im Gebäude die einfache GTA-Etappenübernachtung

Alpines Training für Flachlandesel

Von Salouf, südlich von Tiefencastel, aus führen keine guten Wanderwege zur GTA. So verlegten wir uns mit dem, von unseren kalifornischen Freunden, bei Chur stationierten Auto, vorbei am Lago Maggiore, nach Forno im Val , Italien. Paula und Pepe reisten in einem, vom freundlichen Viehzüchter Mirco in Cunter, südlich von Tiefencastel, geliehenen Anhänger.
In Forno prägen Treppen die oberen örtlichen Wege zwischen den durchaus prächtigen Häusern und der Kirche, auch tosen Bäche mit etlichen Brücken um und durch das Bergdörfchen. Der ideale Trainingsort für uns.
Eine Treppe mit sehr geringer Steigung und weit ausladenden Stufen führt hinunter zu saftigem Grün. Diese erprobten die beiden Langohren bereits auf eigene Faust. So gingen wir mit Ihnen von dort um die Ecke, auf die Hauptdorfstraße, und die Treppen mit engeren und höheren Stufen hinauf, bis Pepe inne hielt, um zu sehen was er denn da machte. Es dauerte eine Weile bis Paula, die mit Abstand gefolgt war, sich entschied, dass dies nicht gefährlich sei und vorsichtig an Pepe vorbei weiter ging. Behutsam zurück und durch einen kleinen Durchgang nochmals hinauf. Es klappte! Sie wussten nun, sie können Treppen steigen!
Am folgenden Tag gingen wir, teils Treppen steigend, weit hinauf zu einer recht schmalen Brücke über einen tosenden Bach. An die Geräusche mussten Paula und Pepe ja nun gewöhnt sein, aber diese Brücke stellte aufgrund ihrer Schmalheit und ihrer Höhe sowie insbesondere ob ihrer Fugen zwischen den Brettern, durch die man in die Tiefe schauen konnte, eine neue Herausforderung dar. Mit Möhrchenanreiz, gutem Zureden und Geduld gingen die Beiden hinüber und zurück. Besser hatten wir uns das alpine Training nicht vorstellen können, zwei wichtige Programmpunkte in zwei Tagen – einfach klasse!
Am nächsten Tag stand Bachdurchquerung die 2. an. Mit strammem Seil, das kein Zurück erlaubte, reichlich Brot und Möhren als Lockmittel, traute sich Paule, nach fast 3 Stunden und gutem Zureden, vorsichtig und zaghaft ein Huf ins Wasser zu setzen. Langsam und äußerst gespannt folgten die weiteren; sie durchquerte den Bach! Erleichterung und natürlich viel Lob. Dann folgte Pepe gleich hinterher. Sofort mit beiden zurück, schon viel schneller, und wieder hinüber, das Wasser hatte einen großen Teil seines Schreckens verloren.
Zur ‚Nachtwiese‘ ging es dann über eine kleine Brücke oberhalb.
Wir waren hoch erfreut, fast euphorisch, hatten wir doch in drei Tagen die grundlegenden Fähigkeiten zum alpinen Wandern bei ihnen abrufen können. Denn es wurde deutlich, dass Esel, wie Paula und Pepe, dies eigentlich können, nur wussten unsere dies nicht und waren daher übervorsichtig gewesen.
Nun können wir gemeinsam die GTA angehen!

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